So haben wir 75 Jahre kfb Steiermark gefeiert!
„Ohne Frauen wäre die Verkündigung der Botschaft nicht möglich“, betonte Generalvikar Erich Linhardt und machte zugleich Mut: „Die Rechte der Frauen werden zunehmen; es tut sich was in der Kirche.“
Die kfb wurde 1951 in einer Zeit des Wiederaufbaus gegründet und entwickelte sich rasch zu einer bedeutenden Plattform für Frauen in Kirche und Gesellschaft. Über Jahrzehnte hinweg hat sie Frauen ermutigt, ihren Glauben aktiv zu leben und sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen.
Auch in der Predigt wurde die Rolle der Bewegung hervorgehoben. Bernadette Weber und Brigitte Rinner stellten klar: Die kfb ist ein Ort, an dem Frauen „keine Frage, sondern seit 75 Jahren Wirklichkeit“ sind. „Hier wird der Sendungsauftrag Jesu ernst genommen und mit einer Vielfalt der eigenen Gaben gelebt.“
In ihrer Festrede sprach Anna Hollwöger offen über Spannungsfelder: „Unsere Liebe zur Kirche wird oft auf eine harte Probe gestellt – aber es geht um den Glauben!“ Gleichzeitig hob sie die gesellschaftliche Wirkung hervor: „Unser Mittun gibt der Gesellschaft ein positives Gepräge. Wir sind Vorbild, ‚Role Models‘ für Töchtergenerationen, die wir als Kirche mehr und mehr verlieren.“
Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte brachte Lydia Lieskonig auf den Punkt: „75 Jahre Katholische Frauenbewegung – bewegt.beherzt.unterwegs – Dynamik, Mut und Entwicklung spiegeln sich in diesen Jahrzehnten wider.“ Frauen würden Kirche aktiv mitgestalten und wichtige gesellschaftliche Fragen aus ihrer Perspektive benennen. „Frauen der kfb tun es aus der Kraft des Glaubens heraus.“
Sichtbar wird diese gelebte Tradition auch im vielfältigen Engagement: Seit Generationen setzen sich Frauen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein – sowohl in den Pfarren als auch international, etwa durch Initiativen wie den Familienfasttag oder den Weltgebetstag.
Die kfb sei zudem ein Ort persönlicher Entwicklung, betonte Anna Rosenberger: „Viele von uns haben hier erste Erfahrungen gemacht, Verantwortung zu übernehmen, vor Gruppen zu sprechen, Projekte zu leiten oder neue Wege zu wagen.“ Für zahlreiche Frauen sei die Bewegung zur spirituellen Heimat geworden. „Solidarität gehört zur DNA der kfb.“
Trotz aller Erfolge wurde auch deutlich: Die Herausforderungen bleiben. Gleichberechtigung sei in Kirche und Gesellschaft noch nicht erreicht, die Stimme von Frauen bleibt weiterhin unverzichtbar.
Mariazell als bedeutender spiritueller Ort bot für das gemeinsame Feiern den passenden Rahmen. Das Zusammenkommen war geprägt von Dankbarkeit für das Gewachsene und Hoffnung für kommende Generationen.
Die kfb Steiermark sieht sich auch weiterhin als Bewegung, die Frauen stärkt, vernetzt und begleitet. Ausserdem bleibt sie auch in Zukunft eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und ein solidarisches Miteinander.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen fielen entsprechend emotional aus: „Es war ein berührendes Fest mit ganz viel Herzblut.“ „Es war für mich wie ein Heimkommen zu Gleichgesinnten!“